Public Health Akademie Leipzig

Ärztliche Mitarbeiterschulungen von Corona-Testzentren

Wir führen die ärztlichen Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Corona-Testzentren durch. 

Dies umfasst

  • die theoretische Einweisung zur Durchführung von Antigen-Schnelltests aus SARS-CoV-2 (PoC-Tests) sowie der Abnahme von PCR-Tests
  • die praktische Einweisung in die Anwendung der als Medizinprodukte geltenden PoC-Antigen-Tests und die Abnahme von PCR-Tests

Die Schulungen werden von in Deutschland approbierten Ärztinnen und Ärzten mittels Videotelefonie realsiert und dokumentiert.

Rechtsgrundlagen:

  • Coronavirus-Testverordnung
  • Medizinprodukte-Betreiberverordnung
  • TRBA 250

Die Schulungen beinhalten nicht Informationen über die Beantragung von Beauftragungen durch die Gesundheitsämter, sowie die Konzepte und Abläufe für den Betrieb von Testzentren. 

Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Schulung auch mit Ihnen.

Ihr Dipl.-Jur. Thomas Krug

Inhaber Krug-Personal Leipzig

Über uns

Die Public Health Akademie Leipzig wurde als Unternehmen der Krug-Personal Leipzig im November 2021 gegründet. 

Krug-Personal Leipzig ist seit 2008 in der Arbeitsförderung in den Bereichen Vermittlung, Aktivierung und auch beruflicher Bildung tätig. Das Geschäftsfeld wurde in der Corona-Krise um diese Schulungsmaßnahmen temporär erweitert.

Als Träger der Arbeitsförderung ist Krug-Personal Leipzig gemäß § 178 Drittes Buch Sozialgesetzbuch und der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert und gilt als "anerkannte Einrichtung mit sozialem Charakter".

Die Idee

Die gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen werden in der Regel von Hilfsorganisationen durchgeführt. Die Kurse sind oft lange im Voraus ausgebucht. Hier wollen wir unterstützen.

Das Team

Das Team in der Verwaltung besteht aus mehreren befreundeten Juristen und einem Kaufmann. Dazu unterstützen uns ein Softwareunternehmen und natürlich etliche Ärztinnen und Ärzte als Dozenten. 

Die Lehrkräfte

Für die Schulungen haben sich freundlicherweise Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung gestellt, die sich unter anderem in Elternzeit befinden oder schon im wohlverdienten Ruhestand. Alle besitzen eine Approbation in Deutschland.

Das Zertifikat

Die Schulungen erfüllen die gesetzlichen Vorschriften. Mit dem nach der Teilnahme ausgestellten Zertifikat zählt man als "fachkundige Person" und darf in Testzentren oder als betriebliche Tester die Bürgertestungen durchführen (PoC Abnahme und Auswertung, PCR Abnahme). Darüber hinaus gilt das Zertifikat als Fachkundenachweis für die Eröffnung eines eigenen Testzentrums gem. § 6 Absatz 2 Coronavirus-Testverordnung.

Schulungsinhalte

Interaktives Lernen 

Hinweis: Es erfolgt keine Schulung zur Beauftragung, zu Hygienekonzepten, den Abläufen und der Abrechnung von Testzentren.

Theoretische Unterweisung

Überblick Rechtsgrundlagen:

  • Corona-Testverordnung
  • Datenschutz

Gesundheits- und Arbeitsschutz:

  • Hygiene - Zweck und wichtigste Regeln
  • persönliche Schutzausrüstung
  • Verhalten bei Positivtests
  • Müllmanagement
  • arbeitsmedizinische Vorsorgepflichten für den Arbeitgeber

PoC- und PCR-Tests:

  • Kommunikation mit Testpersonen
  • Testmethoden und -arten (PoC und PCR)
  • Vorstellung der Anatomie des Mund- und Rachenraumes
  • Anwendung Probennahme (PoC / Besonderheiten PCR)
  • Auswertung (nur PoC)
  • Dokumentation

Praktische Einweisung

Demonstration:

  • An- und Ablegen der Schutzausrüstung
  • Anwendung der Testarten

Individuelle Übungen:

  • verbale Testvorbereitung
  • Testdurchführung: Testabstrich (Nase und/oder Rachen)
  • PoC-Testauswertung

Ein eigenes Testkit ist für die Übung zwingend erforderlich. 

Durch Fragerunden wird das Erreichen der Lernziele kontrolliert.

Rechtliches

Überblick zur Schulung über Videotelefonie

Coronavirus-Testverordnung

Zuletzt geändert vom 16.12.2021, in Kraft seit 18.12.2021 (BAnz AT 17.12.2021 V1)

"§ 12 (4) Für die ärztliche Schulung des Personals in nichtärztlich oder nichtzahnärztlich geführten Einrichtungen nach § 4 Absatz 2 Nummer 1 bis 4 und von einem nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 als Leistungserbringer beauftragten Dritten, der kein ärztlicher oder zahnärztlicher Leistungserbringer ist, zur Anwendung und Auswertung der PoC-Antigen-Tests erhält der durchführende Arzt [...]."

 

Kommentierung des § 12 Absatz 4 in der Begründung zur Coronavirus-Testverordnung durch die Bundesregierung 

In: Referentenentwürfe vom 05.03.2021 und folgende 

"Zu Absatz § 12 Absatz 4
In Absatz 4 wird die Vergütung von Ärztinnen und Ärzten und von einem nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 als Leistungserbringer beauftragten Dritten, der kein ärztlicher oder zahnärztlicher Leistungserbringer ist geregelt, die Schulungen des Personals in nicht ärztlich geführten Einrichtungen nach § 4 Absatz 2 Nummer 1 bis 4 durchführen. Nach der Schulungsmaßnahme dürfen von den nichtärztlich geführten Einrichtungen nach den Vorgaben dieser Verordnung ausschließlich PoC-Antigen-Tests selbst durchgeführt werden. Die Schulungen müssen nicht persönlich durchgeführt sondern können beispielsweise auch durch eine Videoschulung ersetzt werden."

 

Stellungnahmen zu den Begründungen des § 12 Absatz 4 (Videotelefonie) in den Referentenentwürfen

Die Bundesärztekammer sowie die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben jeweils zu den Referentenentwürfen Stellung genommen. Die Begründungen zu § 12 Absatz 4 (Videotelefonie) blieben stets unkommentiert. Es bestanden und bestehen also keine Vorbehalte gegen eine Schulung mit Videotelefonie.

Übersicht der Stellungnahmen:

Medizinprodukte-Betreiberverordnung

Zunächst Coronavirus-TestVO: 

"§ 6 (2) Als weitere Leistungserbringer im Sinne von Absatz 1 Nummer 2 können weitere Anbieter beauftragt werden, wenn sie

1. unter Einhaltung der infektionsschutzrechtlichen, medizinprodukterechtlichen und arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen eine ordnungsgemäße Erbringung der Leistungen nach § 1 Absatz 1 Satz 2 gewährleisten, [...]"

Dazu die Medizinprodukte-BetreiberVO:

§ 4 (3) Eine Einweisung in die ordnungsgemäße Handhabung des Medizinproduktes ist erforderlich. Abweichend von Satz 1 ist eine Einweisung nicht erforderlich, wenn das Medizinprodukt selbsterklärend ist oder eine Einweisung bereits in ein baugleiches Medizinprodukt erfolgt ist."

Die Medizinprodukte-BetreiberVO sagt also nichts über die Art der Schulung.

Aber die Antwort gibt uns das Bundesgesundheitsministerium selbst mit (aktuellem) Stand 27.03.2018: 

"§ 4 MPBetreibV enthält keine Vorgaben zur Art der Einweisung. Folglich wäre auch eine Einweisung durch Filme oder Software grundsätzlich zulässig. Es sollte aber einfache Möglichkeiten zu Rückfragen und Korrekturen der einzuweisenden Personen geben, z.B. eine kostenlose Telefonnummer. Es genügt demnach nicht, dass der Hersteller nur ein Anwendungs-Video zur Verfügung stellt, sondern setzt die Anwesenheit oder Erreichbarkeit einer einweisenden Person voraus. Auch in Bezug auf die einweisende Person gibt es keine Vorgaben in § 4. Es wird aber empfohlen, sich hier nach den Regelungen des § 10 für Medizinprodukte der Anlage 1 zu richten. Das heißt, dass die einweisende Person vom Hersteller oder einer Person, die im Einvernehmen mit dem Hersteller handelt, eingewiesen wurde, bevor sie die Einweisung anderer Anwenderinnen und Anwender übernimmt. Entscheidend ist, dass eine entsprechend kompetente Person in geeigneter Weise in die sachgerechte Handhabung einweist." (Quelle)

Die Schulungen werden ausschließlich von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt - mittels Videotelefonie und interaktiv.

 

Schulungsinhalte zu PoC- und PCR-Tests

Die Rechtsvorschriften unterscheiden nicht die Schulungsanforderungen zwischen den beiden Testarten PoC und PCR. 

Die Schulung ist aufgeteilt in die 

  • theoretische Unterweisung und
  • praktische Unterweisung

Die theoretische Unterweisung beinhaltet neben Hygiene, Gesundheits- und Arbeitsschutz usw. auch die Ausführungen zu den Testarten und -methoden. Behandelt werden sowohl die PoC-Tests als auch die PCR-Tests. Es wird das Wissen vermittelt, welches der/die Mitarbeiter(in) im Testzentrum für die Testabnahme benötigt. Schulungsinhalt ist auch die Auswertung der PoC-Schnelltests. Die Unterweisung zur Auswertung von PCR-Tests findet selbstverständlich nicht statt, da diese den Laboren vorbehalten bleibt.

Gleiches gilt für die praktische Einweisung. Die Probenahme unterscheidet sich nicht zwischen PoC- und PCR-Tests. Diese wird individuell mit der Ärztin / dem Arzt geübt. Auch hier besteht die Auswertung naturgemäß nur aus dem Teil der PoC-Schnelltests, da die Auswertung den Laboren vorbehalten ist. 

Die Schulungsteilnehmer sind zur Abnahme von PoC- und von PCR-Tests fachkundig, dazu auch zur Auswertung von PoC-Tests. 

Prof. Dr. jur. Dorothea Hegele
Rechtliche Expertise

Das mir hier vorgelegte Schulungskonzept, die Schulungsinhalte und Abläufe entsprechen den derzeit gültigen rechtlichen Anforderungen der Coronavirus-Testverordnung, der Medizinprodukte-Betreiberverordnung sowie der TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“.

Diese Schulungen müssen von Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden. Die theoretische Unterweisung und die praktische Einweisung können im Präsenzunterricht, aber auch mit alternativen Lernmethoden (mittels Videotelefonie) realisiert werden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich dabei zu Beginn mit amtlichem Lichtbildausweis gegenüber der jeweiligen Lehrkraft zu identifizieren. Die Schulungsteilnahme muss dokumentiert werden, ein Zertifikat ist auszustellen. 

Leipzig, 17.12.2021

Prof. Dr. jur. Dorothea Hegele, Rechtsanwältin
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